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zusammengestellt für das Festbuch anläßlich des 800jährigen Jubiläums von Hailer im Jahre 2007. |
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Um den örtlichen
Brandschutz, der schon immer die Aufgabe aller Bürger war,
sicherzustellen, existierte auch in der Gemeinde Hailer eine
Pflichtfeuerwehr. Bei dieser Organisationsform, die sich übrigens bis
heute in den einschlägigen Gesetzen findet, wurden und werden geeignete Bürger
durch den Bürgermeister zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet. In
vielen Fällen erwuchsen aus den Pflichtfeuerwehren zum Ende des 19. /
Beginn des 20. Jahrhunderts die Freiwilligen Feuerwehren. Auch in Hailer
fanden sich um das Jahr 1920 herum ausreichend viele Bürger zur Gründung
einer freiwilligen Feuerwehr zusammen, so dass die Pflichtfeuerwehr abgelöst
werden konnte. Leider liegen keine genauen Daten vor; die Angaben reichen
von 1919 auf der Vereinsfahne von 1969, einem 10jährigen Jubiläumsfest
im Jahre 1930 bis zu einem als nachprüfbar und sicher anzusehenden
Bericht des Bezirksbrandmeisters vom 16. Juni 1921, wonach „Freiwillige
Feuerwehren in der letzten Zeit ... in Hailer ...“ gegründet worden
seien. Wie dem auch sei;
im Wissen um ein nicht ganz korrektes Datum wurde das 50jährige Jubiläum
1969 und das 75jährige in 1994 gefeiert.
Vorlage zur Bedruckung von Krügen und T-Shirts zum Jubiläum 1994 mit den drei seinerzeit vorhandenen Großfahrzeugen
Die
Zwischenkriegsjahre verliefen mit der für eine kleine Ortsfeuerwehr
typischen Ruhe, die durch die üblichen Übungen und vereinzelte Einsätze
geprägt wurde. Die
feuerwehrtechnische Ausrüstung bestand in jenen Jahren hauptsächlich aus
Leitern und einer Handdruckspritze aus dem Jahre 1856, die also bei der Gründung
der Freiwilligen Feuerwehr bereits 65 Jahre alt war. Die Unterstellmöglichkeit
bot sich in einem Anbau eines von der Gemeinde gekauften Gebäudes, heute
Heegstraße 11. Bereits gut 20 Jahre später konnte die Feuerwehr in das Läuthäuschen
einziehen, welches dann bis 1958 als Feuerwehrhaus diente. Die Kriegszeit
hatte für die Freiwillige Feuerwehr Hailer, wie für viele andere
Feuerwehren auch, nur einen einzigen Vorteil: aus Gründen des
Luftschutzes wurde die Ausrüstung verbessert. Selbstverständlich konnte
damit das Leid und die Nöte, welche die Diktatur und der Krieg über ganz
Deutschland gebracht hatten, nicht im entferntesten aufgewogen werden.
Auch wurde eine Hilfsfeuerwehrtruppe aufgestellt, welche die durch die
eingezogenen Feuerwehrmänner dezimierte, mittlerweile den Status einer
Hilfspolizei innehabende Freiwillige Feuerwehr unterstützen sollte. Auf einem
Mannschaftsfoto aus dem Jahre 1948 kann schon die neue, bzw. ca. knapp 10
Jahre alte Geräteausstattung bewundert werden: ein Tragkraftspritzenanhänger
mit einer Motorspritze. Was die Anschaffung einer Motorspritze damals für
ein Schritt nach vorne war, kann man sich ausmalen, wenn man das Alter der
alten Spritze bedenkt, die bis dahin zusammen mit den Dorfbrunnen für die
Brandbekämpfung zuständig war. In den frühen
50er Jahren des letzten Jahrhunderts fiel auch die Indienststellung des
ersten Fahrzeuges. Der Tragkraftspritzenanhänger konnte nun mit einem
Opel-Blitz LKW zur Einsatzstelle gebracht werden. Die Mannschaft fand
ihren Platz auf Gerätekästen auf der Pritsche. Leider ist von diesem
Fahrzeug bisher kein Foto vorhanden, es dürfte sich aber um ein
gebrauchtes Fahrzeug aus den frühen 40er Jahren gehandelt haben. Als im Jahre 1958
der alte Kleinbahnhof umgebaut und als neues Feuerwehrhaus bezogen werden
konnte, war das nur der Beginn der erforderlichen Modernisierung. 1962
konnte dann die Gemeinde Hailer ein erstes „richtiges“
Feuerwehrfahrzeug in Dienst stellen. Es handelte sich dabei um ein
„Tragkraftspritzenfahrzeug mit Truppbesatzung“ auf der Basis eines
VW-Transporters. Es bot Platz für 3 Feuerwehrleute, die Tragkraftspritze
und sämtliche Geräte für die Brandbekämpfung. Das Fahrzeug war bis zu
einem Getriebeschaden 1990 im Einsatz und ist noch als Museumsfahrzeug
vorhanden. 1964 konnte dann
ein weiterer VW-Bus, nun als Mannschaftstransportfahrzeug in Dienst
gestellt werden. Mit diesen beiden Fahrzeugen war die Feuerwehr Hailer
sehr gut ausgerüstet und viele Einsätze führten die Wehrmänner auch
nach außerhalb, so z.B. nach Neuenschmidten zu einem Brand im
Eisenhammer. Nachdem die
Gemeinde Hailer immer größer wurde, war den Verantwortlichen klar, dass
auch die Ausstattung der Feuerwehr angepasst und modernisiert werden
musste. Gemäß dem Vertrag, der zur Eingemeindung von Hailer in die Stadt
Gelnhausen 1971 abgeschlossen wurde, wurde die Beschaffung eines neuen
Fahrzeuges und der Bau eines neuen Feuerwehrhauses beschlossen.
Einhergehend mit der Eingemeindung wurde die Freiwillige Feuerwehr der
Gemeinde Hailer jetzt ein Teil der Stadt Gelnhausen und führte ab sofort
den Namen „Freiwillige Feuerwehr Gelnhausen-Hailer“ und unterstand dem
Stadtbrandinspektor. Im Jahre 1972
wurde dann, schon durch die Stadt Gelnhausen, das neue Löschgruppenfahrzeug
LF 16 in Dienst gestellt. Das Fahrzeug bot die Möglichkeit, eine ganze Löschgruppe
(9 Feuerwehrleute) zusammen mit der benötigten Ausrüstung
unterzubringen, stellte eine leistungsstarke Pumpe zur Verfügung und vor
allem wurden 1600 Liter Löschwasser mitgeführt. Hiermit konnte ein
Schnellangriff durchgeführt werden, bis eine Löschwasserversorgung in üblicher
Weise z.B. aus Hydranten aufgebaut worden ist; außerdem war eine Brandbekämpfung
auch fernab einer festen Wasserversorgung möglich. Auch dieses Fahrzeug,
welches bis zum Jahre 2000 das Rückgrat der Feuerwehr Hailer darstellte,
war oft überörtlich eingesetzt, da sich ähnliche Fahrzeuge mit Löschwassertank
seinerzeit nur z.B. in Gelnhausen, Wächtersbach, Langenselbold und in
kleinerer Ausführung in Breitenborn A.W. und Wittgenborn fanden. Die
Einsatzzahlen der Feuerwehr Hailer lagen in dieser Zeit übrigens bei 20
pro Jahr. Das neue
Feuerwehrhaus, welches die Feuerwehr Hailer auch heute noch nutzt, wurde
dann 1973 schräg gegenüber des alten Domizils in der Jahnstraße 7
gebaut. Hier wurde den Feuerwehrleuten ein für die damalige Zeit
hochmodernes Gebäude mit ausreichend Platz für Fahrzeug und Gerät zur
Verfügung gestellt. Immerhin verfügte man über eine beheizbare
Fahrzeughalle, was im Kreis Gelnhausen damals fast einzigartig war und den
Winterbetrieb stark vereinfachte. Es standen drei Fahrzeugstellplätze zur
Verfügung, in denen die drei vorhandenen Fahrzeuge bequem Platz fanden. Nach einigen Bränden
in schwer zugänglichem Gelände wurde in der Mitte der siebziger Jahre
dann aus Vereinsmitteln ein Kommandowagen auf Basis eines DKW Munga 4
beschafft und in Eigenleistung entsprechend umgebaut. Im Jahre 1977 wurde
die alte Drehleiter der Feuerwehr Gelnhausen, ein Opel-Blitz Baujahr 1948,
als Reservefahrzeug übernommen und bis Anfang der achtziger Jahre
eingesetzt. Außerdem beschaffte die Stadt Gelnhausen 1978 einen neuen
VW-Bus, da sich das alte Mannschaftstransportfahrzeug durch einen
Motorschaden „verabschiedet“ hatte. Mit die größte
Herausforderung kam auf die Feuerwehr Hailer ab Februar 1984 zu, als sie
vom Land Hessen den Brandschutz und die Unfallhilfe auf der neuen Autobahn
A 66 auf Teilstücken zwischen Langenselbold und Wächtersbach übertragen
bekam. Hierfür wurden im Jahre 1985 der Stadt Gelnhausen durch eine
Beschaffungsaktion des Landes Hessen ein Rüstwagen RW 1 für die
technische Hilfeleistung und ein Schlauchwagen SW 1000 für die
Herstellung einer Wasserversorgung über lange Wegstrecken zur Verfügung
gestellt und in Hailer stationiert. In diese Zeit fällt auch die
Beschaffung der ersten hydraulischen Rettungsgeräte zur Befreiung
eingeklemmter Unfallopfer. Auch mit diesen
Geräten und Fahrzeugen mussten seinerzeit viele überörtliche Einsätze
geleistet werden, da gerade die hydraulischen Rettungsgeräte nur sehr
selten bei den umliegenden Feuerwehren vorhanden waren. Damit schnellten
auch die Einsatzzahlen nach oben; im Jahresdurchschnitt war man jetzt bei
50 angekommen, davon ca. ein Drittel auf der Autobahn. Mittlerweile
(1983) wurde der DKW Munga durch einen VW Golf für den
Stadtbrandinspektor ersetzt und die alte Drehleiter DL 22 ersatzlos
ausgemustert. Das gerade einmal
gut 10 Jahre alte Feuerwehrhaus wurde durch die neuen Fahrzeuge schon zu
klein, doch eine Linderung der Platznot sollte noch sich erst im neuen
Jahrtausend einstellen. Nicht nur die
unerfreulichen Erlebnisse und das menschliche Leid, welche die
Feuerwehrleute bei den Einsätzen auf der Autobahn stark belasten, machte
neue Ausbildungsinhalte erforderlich, sondern auch die Tatsache, dass ja
alle von der gefährlichen Autobahn auch wieder gesund heimkehren wollen.
So wurde und wird bis heute großer Wert auf Sicherheit und Aufmerksamkeit
bei Einsätzen auf Verkehrswegen gelegt, was sich auch in verstärkter
Beschaffung von Absicherungsmaterialien niederschlägt. 1991 musste der
Fahrzeugpark erneut ergänzt werden. Um für Einsätze auf der Autobahn,
der Mülldeponie und außerhalb geschlossener Ortschaften eine größere Löschwassermenge
zur Verfügung zu haben, beschaffte der Verein der Feuerwehr Hailer ein
gebrauchtes Tanklöschfahrzeug TLF 16 des Baujahres 1964, was noch bis
2001 unschätzbare Dienste leistete. Drei Jahre später
konnte ein äußerst nützliches Fahrzeug in Dienst gestellt werden, ein
sogenannter Gerätewagen-Nachschub. Dieses Fahrzeug dient zu allgemeinen
Gerätetransporten, ist durch seine Pritsche und Ladebordwand sehr
flexibel einsetzbar und aus dem Einsatz- und Dienstgeschehen nicht mehr
wegzudenken. 1998 konnte
endlich der wichtigste Schritt der letzten Jahrzehnte getan werden: die
Jugendfeuerwehr Hailer wurde gegründet. Jungen und Mädchen ab 10 Jahre können
hier Mitglied werden und sich bei sinnvoller Freizeitbeschäftigung auf
den aktiven Feuerwehrdienst, der mit einem Alter von 17 Jahren beginnen
kann, vorbereiten. Die Jugendfeuerwehren stellen die Nachwuchsorganisation
der Feuerwehren dar. Ohne sie hätte schon so manche Pflichtfeuerwehr
wieder eingeführt werden müssen. Es konnten bisher schon 9
Jugendfeuerwehrleute in den aktiven Dienst übernommen werden, darunter
auch 4 Gründungsmitglieder. Hauptsächlich für die Ausbildung der
Jugendfeuerwehr, aber auch für Reservezwecke, wurde der Feuerwehr Hailer
ein moderner Tragkraftspritzenanhänger gespendet. Mit der
Jahrtausendwende begann auch die schon lange fällige Modernisierung der
Ausrüstung der Feuerwehr Hailer. Im Jahre 2000 konnte das neue Löschgruppenfahrzeug
LF 16/12 beim Hersteller abgeholt werden. Im Jahr darauf beschaffte die
Stadt Gelnhausen ein neues Mannschaftstransportfahrzeug und der Verein
sprang erneut mit dem Kauf eines „neuen alten“ Tanklöschfahrzeuges
ein. Außerdem konnte aus Vereinsmitteln noch ein Verkehrssicherungsanhänger,
wie ihn auch die Autobahnmeistereien verwenden, angeschafft werden. Auch im Bereich
der Unterkunft hat sich einiges getan. Gemäß den Planungen über den
Umbau und die Erweiterung des Feuerwehrhauses, die sich in drei
Bauabschnitte gliederte, konnte die Platznot etwas gelindert werden. In
den Bauabschnitten 1 und 2 waren die Schaffung eines Umkleideraumes, eines
Jugendraumes und eines Unterrichtsraumes enthalten, die 1998 eingeweiht
werden konnten. Im Frühjahr 2001
wurde dann der Bauabschnitt 3 in Angriff genommen: der Anbau einer
Fahrzeughalle. Da sich bisher 6 Fahrzeuge und zwei Anhänger in dem für
drei Fahrzeuge ausgelegten Feuerwehrhaus „stapelten“ und die
Unfallgefahr durch die dramatische Enge erheblich gestiegen war, war eine
Verbesserung der Situation unbedingt erforderlich. In Eigenleistung wurde
durch die Mitglieder der Feuerwehr eine Halle gebaut, in welcher der Gerätewagen-Nachschub,
das Mannschaftstransportfahrzeug und der Tragkraftspritzenanhänger Platz
gefunden haben. Die Stadt Gelnhausen hat hierbei die Materialkosten
getragen. Im Jahre 2006
schließlich werden die 48 Hailerer Feuerwehrleute, zu denen seit einigen
Jahren auch vier Frauen zählen, durchschnittlich zu 80 bis 120 Einsätzen
aller Art gerufen. Für die Bewältigung der Aufgaben stehen ihnen sechs
Fahrzeuge und zwei Anhänger zur Verfügung. Die Alarmierung
erfolgt durch die Zentrale Leitstelle in Gelnhausen, die rund um die Uhr
über den Notruf 112 erreichbar ist, per Funkmeldeempfänger. Eine
„laute Alarmierung“, wie sie früher durch Hornisten und Sirenen üblich
und erforderlich war, entfällt dadurch. Nicht zuletzt werden die Bürger,
die nicht in der Feuerwehr Dienst tun, durch die „stille Alarmierung“
so wenig wie möglich gestört. Die Einsätze,
eine stetige Steigerung ist zu verzeichnen, weisen das gesamte Spektrum
der Aufgaben einer Feuerwehr auf. Für die Zukunft
plant die Feuerwehr Hailer zusammen mit der Feuerwehr Meerholz und der
Stadt Gelnhausen ein gemeinsames Feuerwehrhaus. Seit Jahren schon arbeiten
die beiden Stadtteilwehren hervorragend zusammen, fahren gemeinsam Einsätze,
üben zusammen. Aus finanziellen und praktischen Gründen, auch um die
immer höheren Anforderungen bei immer weniger Personal (besonders tagsüber)
zu erfüllen, wird die Zusammenarbeit immer weiter intensiviert und soll
in einer gemeinsamen Unterkunft mit einem gemeinsamen Fahrzeug- und Ausrüstungskonzept
münden. Weiterhin ist die
Stadt Gelnhausen dabei, zahlreiche überalterte Fahrzeuge zu ersetzen. Die
Führung der Feuerwehr Hailer hofft darauf, dass bis spätestens Ende des
Jahrzehnts besonders der verschlissene Rüstwagen, der zusammen mit seinen
Besatzungen schon unzählige Menschenleben gerettet hat, erneuert werden
kann. Die Feuerwehren haben sich von einem Selbsthilfeverein der Bürgerschaft zu einem modernen Teil einer Gemeinde entwickelt. Die Feuerwehren bzw. der Brandschutz und die technische Hilfe sind gesetzliche Pflichtaufgaben der Gemeinden, die für ausreichende Ausstattung und Ausrüstung zu sorgen hat. Die Feuerwehrvereine unterstützen selbstständig die Einsatzabteilungen, die wiederum direkt dem Bürgermeister unterstehen. In Hessen schöpfen die Einsatzabteilungen bis auf sechs Ausnahmen in den Großstädten ihre Mannschaft aus Bürgern, die sich freiwillig zum Dienst in der Feuerwehr gefunden haben. Die 75000 Männer und Frauen leisten Ausbildungen, Übungen und natürlich auch die nicht selten lebensgefährlichen Einsätze ohne Bezahlung neben ihrem normalen Familien- und Arbeitsleben.
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