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zusammengestellt für das Festbuch anläßlich des 800jährigen Jubiläums von Hailer im Jahre 2007.

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Anmerkung und Quellennachweis:

Diese Kurzchronik stellt die Geschichte der Feuerwehr Hailer in Kurzform mit besonderem Blick auf die Fahrzeugausstattung im Wandel der Zeit dar. Genauere Betrachtungen zu Statistiken, Geräten und Vorkommnissen müssen im Hinblick auf den Umfang leider weitgehend unterbleiben. Quelle der historischen Daten dieser Kurzchronik stellt die 1999 beim Geschichtsverein Meerholz-Hailer erschienene Schrift „Feuerschutz und Feuerwehr in Hailer“ von Walter Engel dar, womit ein hervorragendes Werk über unsere Geschichte herausgegeben wurde und für dessen Erstellung wir sehr dankbar sind. Hier finden sich auch ausführliche Darstellungen über das Vereinsleben, welches leider auch in dieser Kurzchronik nicht die gebührende Würdigung finden kann.

 

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 Um den örtlichen Brandschutz, der schon immer die Aufgabe aller Bürger war, sicherzustellen, existierte auch in der Gemeinde Hailer eine Pflichtfeuerwehr. Bei dieser Organisationsform, die sich übrigens bis heute in den einschlägigen Gesetzen findet, wurden und werden geeignete Bürger durch den Bürgermeister zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet. In vielen Fällen erwuchsen aus den Pflichtfeuerwehren zum Ende des 19. / Beginn des 20. Jahrhunderts die Freiwilligen Feuerwehren. 

 Auch in Hailer fanden sich um das Jahr 1920 herum ausreichend viele Bürger zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr zusammen, so dass die Pflichtfeuerwehr abgelöst werden konnte. Leider liegen keine genauen Daten vor; die Angaben reichen von 1919 auf der Vereinsfahne von 1969, einem 10jährigen Jubiläumsfest im Jahre 1930 bis zu einem als nachprüfbar und sicher anzusehenden Bericht des Bezirksbrandmeisters vom 16. Juni 1921, wonach „Freiwillige Feuerwehren in der letzten Zeit ... in Hailer ...“ gegründet worden seien.

 Wie dem auch sei; im Wissen um ein nicht ganz korrektes Datum wurde das 50jährige Jubiläum 1969 und das 75jährige in 1994 gefeiert.  

Vorlage zur Bedruckung von Krügen und T-Shirts zum Jubiläum 1994

mit den drei seinerzeit vorhandenen Großfahrzeugen

 Die Zwischenkriegsjahre verliefen mit der für eine kleine Ortsfeuerwehr typischen Ruhe, die durch die üblichen Übungen und vereinzelte Einsätze geprägt wurde.  

 Die feuerwehrtechnische Ausrüstung bestand in jenen Jahren hauptsächlich aus Leitern und einer Handdruckspritze aus dem Jahre 1856, die also bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr bereits 65 Jahre alt war. Die Unterstellmöglichkeit bot sich in einem Anbau eines von der Gemeinde gekauften Gebäudes, heute Heegstraße 11. Bereits gut 20 Jahre später konnte die Feuerwehr in das Läuthäuschen einziehen, welches dann bis 1958 als Feuerwehrhaus diente.

 Die Kriegszeit hatte für die Freiwillige Feuerwehr Hailer, wie für viele andere Feuerwehren auch, nur einen einzigen Vorteil: aus Gründen des Luftschutzes wurde die Ausrüstung verbessert. Selbstverständlich konnte damit das Leid und die Nöte, welche die Diktatur und der Krieg über ganz Deutschland gebracht hatten, nicht im entferntesten aufgewogen werden. Auch wurde eine Hilfsfeuerwehrtruppe aufgestellt, welche die durch die eingezogenen Feuerwehrmänner dezimierte, mittlerweile den Status einer Hilfspolizei innehabende Freiwillige Feuerwehr unterstützen sollte.

 Auf einem Mannschaftsfoto aus dem Jahre 1948 kann schon die neue, bzw. ca. knapp 10 Jahre alte Geräteausstattung bewundert werden: ein Tragkraftspritzenanhänger mit einer Motorspritze. Was die Anschaffung einer Motorspritze damals für ein Schritt nach vorne war, kann man sich ausmalen, wenn man das Alter der alten Spritze bedenkt, die bis dahin zusammen mit den Dorfbrunnen für die Brandbekämpfung zuständig war.

 In den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts fiel auch die Indienststellung des ersten Fahrzeuges. Der Tragkraftspritzenanhänger konnte nun mit einem Opel-Blitz LKW zur Einsatzstelle gebracht werden. Die Mannschaft fand ihren Platz auf Gerätekästen auf der Pritsche. Leider ist von diesem Fahrzeug bisher kein Foto vorhanden, es dürfte sich aber um ein gebrauchtes Fahrzeug aus den frühen 40er Jahren gehandelt haben. 

 Als im Jahre 1958 der alte Kleinbahnhof umgebaut und als neues Feuerwehrhaus bezogen werden konnte, war das nur der Beginn der erforderlichen Modernisierung. 1962 konnte dann die Gemeinde Hailer ein erstes „richtiges“ Feuerwehrfahrzeug in Dienst stellen. Es handelte sich dabei um ein „Tragkraftspritzenfahrzeug mit Truppbesatzung“ auf der Basis eines VW-Transporters. Es bot Platz für 3 Feuerwehrleute, die Tragkraftspritze und sämtliche Geräte für die Brandbekämpfung. Das Fahrzeug war bis zu einem Getriebeschaden 1990 im Einsatz und ist noch als Museumsfahrzeug vorhanden.

 1964 konnte dann ein weiterer VW-Bus, nun als Mannschaftstransportfahrzeug in Dienst gestellt werden. Mit diesen beiden Fahrzeugen war die Feuerwehr Hailer sehr gut ausgerüstet und viele Einsätze führten die Wehrmänner auch nach außerhalb, so z.B. nach Neuenschmidten zu einem Brand im Eisenhammer.

 Nachdem die Gemeinde Hailer immer größer wurde, war den Verantwortlichen klar, dass auch die Ausstattung der Feuerwehr angepasst und modernisiert werden musste. Gemäß dem Vertrag, der zur Eingemeindung von Hailer in die Stadt Gelnhausen 1971 abgeschlossen wurde, wurde die Beschaffung eines neuen Fahrzeuges und der Bau eines neuen Feuerwehrhauses beschlossen. Einhergehend mit der Eingemeindung wurde die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Hailer jetzt ein Teil der Stadt Gelnhausen und führte ab sofort den Namen „Freiwillige Feuerwehr Gelnhausen-Hailer“ und unterstand dem Stadtbrandinspektor.

 Im Jahre 1972 wurde dann, schon durch die Stadt Gelnhausen, das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16 in Dienst gestellt. Das Fahrzeug bot die Möglichkeit, eine ganze Löschgruppe (9 Feuerwehrleute) zusammen mit der benötigten Ausrüstung unterzubringen, stellte eine leistungsstarke Pumpe zur Verfügung und vor allem wurden 1600 Liter Löschwasser mitgeführt. Hiermit konnte ein Schnellangriff durchgeführt werden, bis eine Löschwasserversorgung in üblicher Weise z.B. aus Hydranten aufgebaut worden ist; außerdem war eine Brandbekämpfung auch fernab einer festen Wasserversorgung möglich. Auch dieses Fahrzeug, welches bis zum Jahre 2000 das Rückgrat der Feuerwehr Hailer darstellte, war oft überörtlich eingesetzt, da sich ähnliche Fahrzeuge mit Löschwassertank seinerzeit nur z.B. in Gelnhausen, Wächtersbach, Langenselbold und in kleinerer Ausführung in Breitenborn A.W. und Wittgenborn fanden. Die Einsatzzahlen der Feuerwehr Hailer lagen in dieser Zeit übrigens bei 20 pro Jahr.

 Das neue Feuerwehrhaus, welches die Feuerwehr Hailer auch heute noch nutzt, wurde dann 1973 schräg gegenüber des alten Domizils in der Jahnstraße 7 gebaut. Hier wurde den Feuerwehrleuten ein für die damalige Zeit hochmodernes Gebäude mit ausreichend Platz für Fahrzeug und Gerät zur Verfügung gestellt. Immerhin verfügte man über eine beheizbare Fahrzeughalle, was im Kreis Gelnhausen damals fast einzigartig war und den Winterbetrieb stark vereinfachte. Es standen drei Fahrzeugstellplätze zur Verfügung, in denen die drei vorhandenen Fahrzeuge bequem Platz fanden.

 Nach einigen Bränden in schwer zugänglichem Gelände wurde in der Mitte der siebziger Jahre dann aus Vereinsmitteln ein Kommandowagen auf Basis eines DKW Munga 4 beschafft und in Eigenleistung entsprechend umgebaut. Im Jahre 1977 wurde die alte Drehleiter der Feuerwehr Gelnhausen, ein Opel-Blitz Baujahr 1948, als Reservefahrzeug übernommen und bis Anfang der achtziger Jahre eingesetzt. Außerdem beschaffte die Stadt Gelnhausen 1978 einen neuen VW-Bus, da sich das alte Mannschaftstransportfahrzeug durch einen Motorschaden „verabschiedet“ hatte.

 Mit die größte Herausforderung kam auf die Feuerwehr Hailer ab Februar 1984 zu, als sie vom Land Hessen den Brandschutz und die Unfallhilfe auf der neuen Autobahn A 66 auf Teilstücken zwischen Langenselbold und Wächtersbach übertragen bekam. Hierfür wurden im Jahre 1985 der Stadt Gelnhausen durch eine Beschaffungsaktion des Landes Hessen ein Rüstwagen RW 1 für die technische Hilfeleistung und ein Schlauchwagen SW 1000 für die Herstellung einer Wasserversorgung über lange Wegstrecken zur Verfügung gestellt und in Hailer stationiert. In diese Zeit fällt auch die Beschaffung der ersten hydraulischen Rettungsgeräte zur Befreiung eingeklemmter Unfallopfer.

 Auch mit diesen Geräten und Fahrzeugen mussten seinerzeit viele überörtliche Einsätze geleistet werden, da gerade die hydraulischen Rettungsgeräte nur sehr selten bei den umliegenden Feuerwehren vorhanden waren. Damit schnellten auch die Einsatzzahlen nach oben; im Jahresdurchschnitt war man jetzt bei 50 angekommen, davon ca. ein Drittel auf der Autobahn. 

 Mittlerweile (1983) wurde der DKW Munga durch einen VW Golf für den Stadtbrandinspektor ersetzt und die alte Drehleiter DL 22 ersatzlos ausgemustert.

 Das gerade einmal gut 10 Jahre alte Feuerwehrhaus wurde durch die neuen Fahrzeuge schon zu klein, doch eine Linderung der Platznot sollte noch sich erst im neuen Jahrtausend einstellen.

 Nicht nur die unerfreulichen Erlebnisse und das menschliche Leid, welche die Feuerwehrleute bei den Einsätzen auf der Autobahn stark belasten, machte neue Ausbildungsinhalte erforderlich, sondern auch die Tatsache, dass ja alle von der gefährlichen Autobahn auch wieder gesund heimkehren wollen. So wurde und wird bis heute großer Wert auf Sicherheit und Aufmerksamkeit bei Einsätzen auf Verkehrswegen gelegt, was sich auch in verstärkter Beschaffung von Absicherungsmaterialien niederschlägt.

 1991 musste der Fahrzeugpark erneut ergänzt werden. Um für Einsätze auf der Autobahn, der Mülldeponie und außerhalb geschlossener Ortschaften eine größere Löschwassermenge zur Verfügung zu haben, beschaffte der Verein der Feuerwehr Hailer ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug TLF 16 des Baujahres 1964, was noch bis 2001 unschätzbare Dienste leistete.

 Drei Jahre später konnte ein äußerst nützliches Fahrzeug in Dienst gestellt werden, ein sogenannter Gerätewagen-Nachschub. Dieses Fahrzeug dient zu allgemeinen Gerätetransporten, ist durch seine Pritsche und Ladebordwand sehr flexibel einsetzbar und aus dem Einsatz- und Dienstgeschehen nicht mehr wegzudenken.

 1998 konnte endlich der wichtigste Schritt der letzten Jahrzehnte getan werden: die Jugendfeuerwehr Hailer wurde gegründet. Jungen und Mädchen ab 10 Jahre können hier Mitglied werden und sich bei sinnvoller Freizeitbeschäftigung auf den aktiven Feuerwehrdienst, der mit einem Alter von 17 Jahren beginnen kann, vorbereiten. Die Jugendfeuerwehren stellen die Nachwuchsorganisation der Feuerwehren dar. Ohne sie hätte schon so manche Pflichtfeuerwehr wieder eingeführt werden müssen. Es konnten bisher schon 9 Jugendfeuerwehrleute in den aktiven Dienst übernommen werden, darunter auch 4 Gründungsmitglieder. Hauptsächlich für die Ausbildung der Jugendfeuerwehr, aber auch für Reservezwecke, wurde der Feuerwehr Hailer ein moderner Tragkraftspritzenanhänger gespendet.

 Mit der Jahrtausendwende begann auch die schon lange fällige Modernisierung der Ausrüstung der Feuerwehr Hailer. Im Jahre 2000 konnte das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 beim Hersteller abgeholt werden. Im Jahr darauf beschaffte die Stadt Gelnhausen ein neues Mannschaftstransportfahrzeug und der Verein sprang erneut mit dem Kauf eines „neuen alten“ Tanklöschfahrzeuges ein. Außerdem konnte aus Vereinsmitteln noch ein Verkehrssicherungsanhänger, wie ihn auch die Autobahnmeistereien verwenden, angeschafft werden.

 Auch im Bereich der Unterkunft hat sich einiges getan. Gemäß den Planungen über den Umbau und die Erweiterung des Feuerwehrhauses, die sich in drei Bauabschnitte gliederte, konnte die Platznot etwas gelindert werden. In den Bauabschnitten 1 und 2 waren die Schaffung eines Umkleideraumes, eines Jugendraumes und eines Unterrichtsraumes enthalten, die 1998 eingeweiht werden konnten.

 Im Frühjahr 2001 wurde dann der Bauabschnitt 3 in Angriff genommen: der Anbau einer Fahrzeughalle. Da sich bisher 6 Fahrzeuge und zwei Anhänger in dem für drei Fahrzeuge ausgelegten Feuerwehrhaus „stapelten“ und die Unfallgefahr durch die dramatische Enge erheblich gestiegen war, war eine Verbesserung der Situation unbedingt erforderlich. In Eigenleistung wurde durch die Mitglieder der Feuerwehr eine Halle gebaut, in welcher der Gerätewagen-Nachschub, das Mannschaftstransportfahrzeug und der Tragkraftspritzenanhänger Platz gefunden haben. Die Stadt Gelnhausen hat hierbei die Materialkosten getragen.

 Im Jahre 2006 schließlich werden die 48 Hailerer Feuerwehrleute, zu denen seit einigen Jahren auch vier Frauen zählen, durchschnittlich zu 80 bis 120 Einsätzen aller Art gerufen. Für die Bewältigung der Aufgaben stehen ihnen sechs Fahrzeuge und zwei Anhänger zur Verfügung.

 Die Alarmierung erfolgt durch die Zentrale Leitstelle in Gelnhausen, die rund um die Uhr über den Notruf 112 erreichbar ist, per Funkmeldeempfänger. Eine „laute Alarmierung“, wie sie früher durch Hornisten und Sirenen üblich und erforderlich war, entfällt dadurch. Nicht zuletzt werden die Bürger, die nicht in der Feuerwehr Dienst tun, durch die „stille Alarmierung“ so wenig wie möglich gestört.

 Die Einsätze, eine stetige Steigerung ist zu verzeichnen, weisen das gesamte Spektrum der Aufgaben einer Feuerwehr auf.

 Für die Zukunft plant die Feuerwehr Hailer zusammen mit der Feuerwehr Meerholz und der Stadt Gelnhausen ein gemeinsames Feuerwehrhaus. Seit Jahren schon arbeiten die beiden Stadtteilwehren hervorragend zusammen, fahren gemeinsam Einsätze, üben zusammen. Aus finanziellen und praktischen Gründen, auch um die immer höheren Anforderungen bei immer weniger Personal (besonders tagsüber) zu erfüllen, wird die Zusammenarbeit immer weiter intensiviert und soll in einer gemeinsamen Unterkunft mit einem gemeinsamen Fahrzeug- und Ausrüstungskonzept münden.

 Weiterhin ist die Stadt Gelnhausen dabei, zahlreiche überalterte Fahrzeuge zu ersetzen. Die Führung der Feuerwehr Hailer hofft darauf, dass bis spätestens Ende des Jahrzehnts besonders der verschlissene Rüstwagen, der zusammen mit seinen Besatzungen schon unzählige Menschenleben gerettet hat, erneuert werden kann.

 Die Feuerwehren haben sich von einem Selbsthilfeverein der Bürgerschaft zu einem modernen Teil einer Gemeinde entwickelt. Die Feuerwehren bzw. der Brandschutz und die technische Hilfe sind gesetzliche Pflichtaufgaben der Gemeinden, die für ausreichende Ausstattung und Ausrüstung zu sorgen hat. Die Feuerwehrvereine unterstützen selbstständig die Einsatzabteilungen, die wiederum direkt dem Bürgermeister unterstehen. In Hessen schöpfen die Einsatzabteilungen bis auf sechs Ausnahmen in den Großstädten ihre Mannschaft aus Bürgern, die sich freiwillig zum Dienst in der Feuerwehr gefunden haben. Die 75000 Männer und Frauen leisten Ausbildungen, Übungen und natürlich auch die nicht selten lebensgefährlichen Einsätze ohne Bezahlung neben ihrem normalen Familien- und Arbeitsleben.

 

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